Auf der Hochzeit war alles festlich geschmückt, und als Höhepunkt des Tages wurden zwei weiße Tauben in den Himmel entlassen. Für die Gäste war es ein romantischer Moment – doch für eine der Tauben begann damit ein Albtraum.
Die kleine Hochzeitstaube fand nach dem Flug nicht mehr nach Hause. Desorientiert und erschöpft irrte sie umher, bis sie schließlich verunglückte und sich verletzte. Zum Glück wurde sie gefunden und in Sicherheit gebracht. Heute wird sie versorgt, darf sich ausruhen und hat die Chance, wieder gesund zu werden. Sie ist nicht mehr allein und muss nicht mehr um ihr Leben kämpfen.
Diese Geschichte steht leider stellvertretend für viele ähnliche Fälle. Hochzeitstauben haben auf Feiern nichts zu suchen – und dafür gibt es wichtige Gründe. Die Tiere werden oft über weite Strecken transportiert, in fremder Umgebung freigelassen und sind dem Stress von Lärm, Menschenmengen und Wetter schutzlos ausgesetzt. Viele von ihnen finden den Weg zurück nicht, kollidieren mit Hindernissen oder werden Opfer von Erschöpfung. Was für Menschen wie ein schöner Brauch wirkt, bedeutet für die Tauben Angst und Gefahr.
Eine Hochzeit soll ein Fest der Liebe sein. Dazu gehört auch der respektvolle Umgang mit Tieren. Romantik darf nicht auf Kosten von Lebewesen gehen. Es gibt viele tierfreundliche Alternativen – Seifenblasen, Blumen, Bänder oder symbolische Gesten –, die niemandem schaden.
Die gerettete Taube erinnert uns daran, dass echte Liebe Verantwortung bedeutet. Und dass Mitgefühl auch dort beginnt, wo wir es vielleicht nicht sofort sehen.
Willkommen in sicherheit.

























